Medienkompetenz bei Kindern und Jugendlichen stärken

30. August 2021
Das Internet gleicht einer grossen Stadt: Es gibt sichere Gegenden, nette Leute, Kinderspielplätze, verkehrs-beruhigte Zonen, Einkaufsmöglichkeiten. Aber es gibt auch dunkle Ecken, merkwürdige Gestalten, gefährliche Strassen, Rotlichtbezirke, Kriminalität.

Genau wie im realen Leben braucht es auch in der digitalen Welt die Begleitung der Eltern, ob Ihr Kinde 5, 11 oder 16 Jahre ist, spielt keine Rolle. Als vertrauensvolle Zuhörer/-in, hilfsbereite Gesprächspartner/-in, interessierte Mitlernende und als Vorbild zeigen Sie Interesse und eine wertschätzende Haltung gegenüber Ihrem Kind.

Die digitalen Medien gehören zu der jetzigen Zeit und haben zahlreiche nützliche Funktionen. Der entsprechende Umgang soll von Erwachsenen unterstützt und gestärkt werden.

Tipps als Orientierung für Eltern

  • Reden Sie mit Ihrem Kind über seine Erfahrungen mit digitalen Medien. Lassen Sie sich Computerspiele,
  • Online-Aktivitäten, Lieblings-Websites und -Apps zeigen und fragen Sie nach den Motiven, diese zu nutzen.
  • Fragen Sie aktiv nach Klassenchats nach und lassen Sie sich diese zeigen!
  • Setzen Sie Regeln bezüglich der Zeit am Bildschirm, der Schlusszeit am Abend sowie der Inhalte, jeweils angepasst an das Alter des Kindes. Die im Kasten vorgestellten Webseiten können dabei weiterhelfen.
  • Seien Sie Vorbild: Überprüfen Sie deshalb Ihre eigenen Mediengewohnheiten.
  • Fernseher, Computer und Spielkonsolen sollten, wenn immer möglich, bis ins Jugendalter in einem Gemeinschaftsraum und nicht im Kinderzimmer stehen. Vereinbaren Sie, dass das Smartphone und das Tablet ab einer bestimmten Zeit abends fern vom Kinderzimmer hinterlegt wird.
  • Bildschirmzeit sollte nicht als Belohnung oder Bestrafung eingesetzt werden. Dies überhöht ihre Bedeutung zusätzlich.
  • Sorgen Sie für genügend Freizeitaktivitäten auch ohne digitale Medien. Ermöglichen Sie reale und emotionale Erlebnisse.

Immer wieder beschäftigt uns das Thema Cybermobbing. Wer über das Thema Cybermobbing Bescheid weiss, kann nicht nur mithelfen, Cybermobbing-Attacken zu verhindern, sondern reagiert auch richtig, wenn er/sie damit in Berührung kommt. Eltern, Verwandte, Bekannte, Lehrpersonen und Schulsozialarbeit haben den Auftrag die Kinder und Jugendliche auf die Gefahren und Herausforderungen des Internets hinzuweisen.

Was heisst Cybermobbing?
Wenn mehrere Täter/-innen eine Person via Internet oder Handy über einen längeren Zeitraum absichtlich beleidigen, bedrohen, blossstellen oder belästigen, dann spricht man von Cybermobbing.

Im Einzelnen geht es dabei um

  • die Verbreitung von falschen Informationen und Gerüchten.
  • die Verbreitung und das Hochladen von peinlichen, verfälschten, freizügigen oder pornografischen Fotos und Videos.
  • das Erstellen von (beleidigenden) Fake-Profilen.
  • das Beschimpfen, Belästigen, Bedrohen und Erpressen via E-Mail, SMS etc.
  • die Gründung von «Hassgruppen», in denen wie in einem Gästebuch negative Äusserungen über Einzelpersonen gemacht werden können.

Was kann getan werden?
Wie kann man Cybermobbing verhindern, und was kann getan werden, wenn jemand vermutlich oder tatsächlich zum Cybermobbing-Opfer geworden ist? Der beste Schutz gegen Cybermobbing ist ein positives Schulklima. Wo sich Kinder und Lehrerschaft wohlfühlen, ist das Risiko von Cybermobbing bereits sehr gering. Denn Cybermobbing lebt immer auch von den Zuschauerinnen und Zuschauern, die sich für die Attacke interessieren, ohne selbst aktiv dabei mitzumachen. Es gilt also, diese mehr oder weniger Unbeteiligten davon zu überzeugen, dass es nötig ist, sich gegen Cybermobbing zu wenden und den Opfern zu helfen. Kinder und Jugendliche, die von einer Cybermobbing-Attacke wissen, sollten über diese Attacke mit einer Vertrauensperson sprechen, damit sie einschreiten können.

Sprechen Sie mit Ihren Kindern und deren Freunden über Cybermobbing und machen Sie ihnen klar, dass Mobbing immer unfair und oft sogar strafbar ist. Alles, was man in einer Gruppe und im Schutz dieser Gruppe böswillig gegen Einzelne tut, ist feige.

Cybermobbing erfüllt einen Straftatbestand
Auch Kinder und Jugendliche können sich im Netz ungewollt strafbar machen. In der Schweiz gibt es das Strafgesetzbuch, das es ermöglicht, Täter/-innen zur Rechenschaft zu ziehen. Denn je nach Art und Ausmass des Cybermobbings liegen eine oder mehrere Straftaten vor. Informieren Sie sich und Ihr Kind darüber!

Erlauben Sie sich Unterstützung zu holen, falls Fragen oder Probleme auftauchen.

Schulsozialarbeit Wartau

Marlen Büttel, Schulsozialarbeit
Erreichbarkeit:
Montag, Dienstag und Donnerstag 8.00 bis 18.00 Uhr
Mittwoch und Freitag 8.00 bis 12.00 Uhr
Tel. 079 158 53 32
m.buettel@sdw-berg.ch

oder bei

www.jugendundmedien.ch

www.projuventute.ch

www.suchtschweiz.ch